Magistrat der Stadt Wien
MA 50, Referat Wohnbauforschung und internationale Beziehungen
Mag. Dr. Wolfgang Förster
Mag. Dr. Georg Fellner
DDI Daniel Glaser
Mag. Susanne Bauer, MBA

officewohnbauforschung.at
www.wien.gv.at


Wohnen der Zukunft - Die Wiener Wohnbauforschung

Seit dem Jahr 2004 stellt die Magistratsabteilung 50 regelmäßig die Ergebnisse der im Bereich Wohnen und Stadterneuerung vergebenen Forschungsprojekte vor. Der Forschungsschwerpunkt der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung wurde in den letzten Jahren entscheidend ausgebaut - nicht nur materiell, sondern auch inhaltlich durch die Entwicklung eines Rahmenprogramms für die Wiener Wohnbauforschung, das die jeweils aktuellen Forschungsschwerpunkte definiert.

Ein Rahmenprogramm für die Wiener Wohnbauforschung

Ziel des Rahmenprogramms ist es vor allem, Forschungsaufträge entlang vorweg definierter aktueller Fragestellungen und darauf aufbauender Forschungsschienen zu vergeben. Dazu zählen

die Lieferung von Fakten und Argumentationsgrundlagen für die Wiener Wohnungspolitik,
die Sicherstellung jederzeit aktualisierbarer Daten, auch als Basis für kurzfristig benötigte Detailstudien,
eine Orientierungsgrundlage für mittelfristige Strategien der österreichischen Wohnbauforschungsinstitute sowie
die Verbreiterung der zukünftigen Forscherbasis und die Verstärkung des Wettbewerbs unter den Forschungseinrichtungen.

Die aktive Rolle der Stadt Wien auf dem Gebiet der Wohnbauforschung manifestiert sich vor allem durch die Einladung zur Einreichung von genau definierten Einzelprojekten durch die Forschungsinstitute, die Einladung zur Einreichung von Projekten innerhalb definierter Forschungsschwerpunkte, Forschungskooperation und Beteiligung an übergeordneten Forschungsvorhaben mit wohnungsrelevanten Fragestellungen (z.B. Leben in Wien) sowie durch die Aktualisierung der Datenbasis zum Wohnen in Wien.

Wichtige Fragestellungen

Wie entwickeln sich Wohnungsangebot und Wohnungsnachfrage - qualitativ und quantitativ?
Wie kann die Leistbarkeit von Wohnungen sichergestellt werden - insbesondere für sozial schwache Haushalte und MigrantInnen?
Wie kann die Wohnungspolitik auf die demographische Entwicklung bzw. auf neue Haushaltsformen (Singles, Mehrgenerationen-Wohnen, Wohnen und Arbeiten, serviced apartments,...) reagieren?
Welche Bedeutung kommt der gründerzeitlichen Bausubstanz in Wien im Konnex von Wohnungspolitik, privatem Investment und Stadtentwicklung zu (baulich/städtebaulich/Nutzungen/sozial/Gebietsbetreuungen/
Gebietsmanagement...)?
Welche quantitativen und qualitativen Anforderungen ergeben sich für die (geförderte) Wohnhaussanierung?
Welche Entwicklungen sind in den Bereichen Ökologie, Bautechnik, Energie und Haustechnik zu erwarten?
Welche Zusammenhänge bestehen zwischen dem Wohnen und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung (Wohnen und Arbeiten, neue Nutzungsmischungen, Bauwirtschaft, standortpolitische Bedeutung des Wohnens, Wohnbau als Markenzeichen der Stadt)?
Wie sehen die (internationalen) Vergleichsdaten zu den wichtigsten wohnungspolitischen Parametern (Wohnsituation, Migration, Wohnungsspekulation,...) aus?

Vier Forschungsschwerpunkte

Mit der Definition von klaren Forschungsschwerpunkten soll einerseits der Vielfalt der in Wien tätigen Forschungseinrichtungen entsprochen, andererseits die Einbettung der Forschungsfragen und -ergebnisse in die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet des Wohnens, des Wohnbaus und der Stadterneuerung gewährleistet werden. Entsprechend werden Forschungsprojekte ab dem Jahr 2011 innerhalb der vier definierten Schwerpunkte vergeben:

Leistbares Wohnen: Kostenreduktion durch Planung, Pilotprojekte zu kostengünstigem Wohnbau, flächenökonomisches Bauen, Finanzierungsvarianten, Förderungsvarianten
Technische und ökologische Qualitäten und Standards im Neubau: Energieverbrauch, Flexibilität, Holzbau, Freiräume, Ausstattungsstandards etc.
Technische und ökologische Qualitäten und Standards in der Sanierung: Energieverbrauch, Freiräume, Ausstattungsstandards etc.
Wohnen in Gemeinschaft: Mitbestimmung, Hausbesorger neu, Moderation und Management, Gemeinschaftseinrichtungen, Betreutes Wohnen, soziale Durchmischung, Integration, Identität

Zugleich ermöglichen diese inhaltlichen Schwerpunkte die Vernetzung mit anderen österreichischen und europäischen Forschungsprogrammen wie im Rahmen des ENHR, durch die Beteiligung an EU-Projekten (zum Teil mit Wien als Lead-Partner) oder durch bilaterale Kooperation und themenorientierte Partnerschaften mit anderen Städten.

Transparenz bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen

Ein erklärtes Ziel des Wiener Wohnbauforschungsprogramms ist die Vernetzung der lokalen und regionalen Forschungslandschaft und die Förderung eines Expertendialogs durch größtmögliche Verbreitung der Forschungsergebnisse. Diesem Zweck dienen:

die seit 2005 regelmäßig veranstalteten Wiener Wohnbauforschungstage mit Fokussierung auf aktuelle Fragestellungen, wobei hier ganz bewusst auch internationale Beiträge miteinbezogen werden sollen und
die Veröffentlichung sämtlicher abgeschlossener Forschungsprojekte auf dieser Homepage

Dr. Wolfgang Förster MA 50, Leiter des Referats Wohnbauforschung und internationale Beziehungen

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