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Wien verfügt auf dem Gebiet der
sozialen Wohnungs- und Stadterneuerungspolitik über eine lange und
erfolgreiche Tradition. Wurden anfangs, unter wirtschaftlich und politisch
äußerst schwierigen Rahmenbedingungen, vor allem kommunale Mietwohnungen
für Haushalte mit niedrigem Einkommen errichtet, so stellen sich heute
- mit zunehmender gesellschaftlicher Vielfalt - auch andere Herausforderungen,
auf die die Wohnbaupolitik Antworten finden muss.
Die Stärken des geförderten Wiener
Wohnbaus - etwa gegenüber freifinanziertem Wohnbau oder Systemen
mit Schwerpunkt auf der Subjektförderung - sind bekannt::
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deutlicher Einfluss auf das Mietpreisniveau
insgesamt |
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weitgehend Vermeidung von Wohnungslosigkeit |
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hohe soziale Durchmischung |
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starker öffentlicher Einfluss auf
planerische Qualitäten und Innovationen |
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wichtiger Beitrag zum Klimaschutz |
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Stärkung der Wiener Wirtschaft und
Schaffung von Arbeitsplätzen |
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Beitrag zur weltweit höchsten Lebensqualität
(lt. Mercer-Studie 2008 und 2009) |
Wie auch internationale Studien immer wieder belegen, stellt die Wiener
Wohnbauförderung damit ein weltweit einzigartiges System dar - sowohl
vom Umfang als auch von der Qualität her; sie soll daher beibehalten,
jedoch im Hinblick auf neue Herausforderungen
weiterentwickelt werden:
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Demographie:
Alterung der Gesellschaft; Grenzen der Leistbarkeit von sozialen
Systemen; hoher Anteil älterer BewohnerInnen vor allem in den
Großsiedlungen der 60er- und 70er-Jahre; Einbeziehung von Services
und Pflegeleistungen in eine sozial orientierte Wohnraumversorgung,
Notwendigkeit der Kooperation mit anderen Geschäftsgruppen der
Stadt, mit Bauträgern und anderen Akteuren, um neue Modelle zu
entwickeln und umzusetzen |
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Bevölkerungswachstum:
Sicherung einer ausreichenden, d.h.verstärkten Neubauleistung,
Erhalten der Leistbarkeit des Wohnraums, Sicherung der sozialen und
funktionalen Durchmischung |
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Ökologie:
Beitrag des Wohnbaus und der Wohnhaussanierung zum Klimaschutz |
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Stadterneuerung:
weiterhin sozial verträgliche, sanfte Stadterneuerung, Schwerpunktsetzung
auf bestimmte Gebiete, kostengünstiges Sanieren ohne Qualitätsverlust,
Verstärkung der Gebietsbetreuungen z.B. durch interkulturelle
MediatorInnen |
Dazu brauchen wir ExpertInnenwissen und Forschung. Beginnend mit 2011
werden daher die Schwerpunktbereiche des Wiener Wohnbauforschungsprogramms
wie folgt nachjustiert:
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Leistbares
Wohnen: Kostenreduktion durch Planung, Pilotprojekte zu kostengünstigem
Wohnbau, flächenökonomisches Bauen, Finanzierungsvarianten,
Förderungsvarianten |
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Technische
und ökologische Qualitäten und Standards im Neubau:
Energieverbrauch, Flexibilität, Holzbau, Freiräume, Ausstattungsstandards
etc. |
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Technische
und ökologische Qualitäten und Standards in der Sanierung:
Energieverbrauch, Freiräume, Ausstattungsstandards etc. |
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Wohnen in Gemeinschaft:
Mitbestimmung, Hausbesorger neu, Moderation und Management,
Gemeinschaftseinrichtungen, Betreutes Wohnen, soziale Durchmischung,
Integration, Identität |
Keinen eigenen Schwerpunkt im Sinne der genannten Prioritäten, sondern
eine Querschnittsmaterie, um unsere Erfahrungen und Leistungen an jenen
anderer Städte zu messen und umgekehrt von diesen zu lernen, stellen
die internationalen Projekte im Bereich
der Wiener Wohnbauforschung dar. Auch wenn wir sicher sind, dass Wien
beim Wohnbau international zu den Besten gehört, soll hier gemeinsam
nach neuen Wegen gesucht werden.
In diesem Sinne lade ich alle WohnbauforscherInnen und ExpertInnen ein,
sich aktiv an dieser gemeinsamen Aufgabe zu beteiligen.

Dr. Michael Ludwig, Vizebürgermeister
und amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung
Wien, September 2010

© wiener wohnbau forschung

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