Dr. Michael Ludwig, Amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung

Veranstalter der Wiener Wohnbauforschungstage
Magistrat der Stadt Wien,
MA 50
Dr. Wolfgang Förster
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Projektmanagement
Europaforum Wien
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Wien verfügt auf dem Gebiet der sozialen Wohnungs- und Stadterneuerungspolitik über eine lange und erfolgreiche Tradition. Wurden anfangs, unter wirtschaftlich und politisch äußerst schwierigen Rahmenbedingungen, vor allem kommunale Mietwohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen errichtet, so stellen sich heute - mit zunehmender gesellschaftlicher Vielfalt - auch andere Herausforderungen, auf die die Wohnbaupolitik Antworten finden muss.

Die Stärken des geförderten Wiener Wohnbaus - etwa gegenüber freifinanziertem Wohnbau oder Systemen mit Schwerpunkt auf der Subjektförderung - sind bekannt::

deutlicher Einfluss auf das Mietpreisniveau insgesamt
weitgehend Vermeidung von Wohnungslosigkeit
hohe soziale Durchmischung
starker öffentlicher Einfluss auf planerische Qualitäten und Innovationen
wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
Stärkung der Wiener Wirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen
Beitrag zur weltweit höchsten Lebensqualität (lt. Mercer-Studie 2008 und 2009)

Wie auch internationale Studien immer wieder belegen, stellt die Wiener Wohnbauförderung damit ein weltweit einzigartiges System dar - sowohl vom Umfang als auch von der Qualität her; sie soll daher beibehalten, jedoch im Hinblick auf neue Herausforderungen weiterentwickelt werden:

Demographie: Alterung der Gesellschaft; Grenzen der Leistbarkeit von sozialen Systemen; hoher Anteil älterer BewohnerInnen vor allem in den Großsiedlungen der 60er- und 70er-Jahre; Einbeziehung von Services und Pflegeleistungen in eine sozial orientierte Wohnraumversorgung, Notwendigkeit der Kooperation mit anderen Geschäftsgruppen der Stadt, mit Bauträgern und anderen Akteuren, um neue Modelle zu entwickeln und umzusetzen
Bevölkerungswachstum: Sicherung einer ausreichenden, d.h.verstärkten Neubauleistung, Erhalten der Leistbarkeit des Wohnraums, Sicherung der sozialen und funktionalen Durchmischung
Ökologie: Beitrag des Wohnbaus und der Wohnhaussanierung zum Klimaschutz
Stadterneuerung: weiterhin sozial verträgliche, sanfte Stadterneuerung, Schwerpunktsetzung auf bestimmte Gebiete, kostengünstiges Sanieren ohne Qualitätsverlust, Verstärkung der Gebietsbetreuungen z.B. durch interkulturelle MediatorInnen

Dazu brauchen wir ExpertInnenwissen und Forschung. Beginnend mit 2011 werden daher die Schwerpunktbereiche des Wiener Wohnbauforschungsprogramms wie folgt nachjustiert:

Leistbares Wohnen: Kostenreduktion durch Planung, Pilotprojekte zu kostengünstigem Wohnbau, flächenökonomisches Bauen, Finanzierungsvarianten, Förderungsvarianten
Technische und ökologische Qualitäten und Standards im Neubau: Energieverbrauch, Flexibilität, Holzbau, Freiräume, Ausstattungsstandards etc.
Technische und ökologische Qualitäten und Standards in der Sanierung: Energieverbrauch, Freiräume, Ausstattungsstandards etc.
Wohnen in Gemeinschaft: Mitbestimmung, Hausbesorger neu, Moderation und Management, Gemeinschaftseinrichtungen, Betreutes Wohnen, soziale Durchmischung, Integration, Identität

Keinen eigenen Schwerpunkt im Sinne der genannten Prioritäten, sondern eine Querschnittsmaterie, um unsere Erfahrungen und Leistungen an jenen anderer Städte zu messen und umgekehrt von diesen zu lernen, stellen die internationalen Projekte im Bereich der Wiener Wohnbauforschung dar. Auch wenn wir sicher sind, dass Wien beim Wohnbau international zu den Besten gehört, soll hier gemeinsam nach neuen Wegen gesucht werden.

In diesem Sinne lade ich alle WohnbauforscherInnen und ExpertInnen ein, sich aktiv an dieser gemeinsamen Aufgabe zu beteiligen.

Dr. Michael Ludwig, Vizebürgermeister und amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung

Wien, September 2010


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