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Entwurfskonzepte und Architekturvermittlung
im Rahmen des 8. Architekturfestivals
"Turn On".
Unter besonderer Berücksichtigung des geförderten Wohnbaus.
2010
Das Konzept und die grundsätzliche Struktur der Veranstaltung blieb
auch in diesem Jahr gleich, die größten Veränderungen
waren zwei zusätzliche Räumlichkeiten: "Turn On Partner"
fand am Freitagnachmittag heuer erstmals im neuen Kuppelsaal der TU Wien
statt, das Pre-Event (Empfang) am Freitagabend erstmals im berühmten
Großen Kassensaal von Otto Wagner in der ehemaligen Postsparkasse.
Die Programmschiene "Turn On Partner" war auch in diesem Jahr
sehr umfangreich und prominent besetzt. Der Samstag - wie gewohnt im Großen
Sendesaal im ORF RadioKulturhaus - stellte wieder die Plattform für
fünfzehn ArchitektInnen bzw. Architektenteams dar, um herausragende
aktuelle Bauten in und aus Österreich vorzustellen.
Das Thema Wohnbau im Allgemeinen und der geförderter Wohnbau im speziellen
bildete heuer einen besonderen Schwerpunkt bei den Vorträgen. Dem
Themenschwerpunkt Wohnbau war außerdem wieder die Talkrunde gewidmet.
Prominenter Gast aus dem Ausland war Patrick Gmür, der zwei aktuelle
Wohn-bauten in Zürich präsentierte und zudem Gast bei "Turn
On Talk" war; für beide Teilnahmen erntete er viel Lob beim
Publikum.
Im Rahmen von "Turn On Partner" am Freitag präsentierten
sich insgesamt zwölf Unternehmen, darunter zahlreiche internationale
Konzerne. Die Beiträge reichten von ambitionierter privater Bauherrschaft
bis zu innovativer technischer Machbarkeit und renommiertem Design. Hervorgehoben
seien als österreichische Teilnehmer Walter Stelzhammer in seiner
Funktion als Vorsitzender der Bundes-sektion Architekten der bAIK und
Stefan Ottrubay, der Vorstandsvorsitzende der Esterházy Privatstiftungen.
Im Rahmen des Vortragsprogramms am Samstag bildete der geförderte
Wohnbau in Wien einen besonderen Schwerpunkt, das heißt, es wurden
vier typologisch und konzeptionell sehr unterschiedliche, aktuelle Projekte
vorgestellt. Diese starke Präsenz im Programm spiegelt die dynamische
Entwicklung auf dem speziellen Sektor wider. In Wien wurden in jüngster
Zeit also vermehrt anspruchs-volle geförderte Wohnbauten fertig gestellt.
Insgesamt präsentierte "Turn On" - so wie bisher - die
vielfältige und herausragende Architekturentwicklung in und Österreich.
Die Publikumsreaktionen waren auch heuer wieder sehr positiv, was das
Vortragsprogramm betrifft, sodass sich einmal mehr zeigt, dass dessen
gezielte Kuratierung entscheidend ist. Das Netzwerk zwischen den unterschiedlichen
Partnern im Architektur- und Bau-prozess konnte unter anderem bei dem
erweiterten Empfang in den prominenten Räumlichkeiten von Wagner
weiter entwickelt werden.
Das Programm am Samstag stellte sich folgendermaßen dar:
WOHNEN
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Josef Weichenberger Gartensiedlung "Leben
am Obsthain" Wien |
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lWalter Stelzhammer Wohnbau Orasteig /
Wilhelm-Kaserne Wien |
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Patrick Gmür Wohnbau Paul-Clairmont-
/ Imbisbühlstrasse Zürich |
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Squid Architecture Appartementanlage "Sun
II" Osttirol |
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Hertl.Architekten Stadt- und Landhäuser
NÖ / OÖ |
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ARTEC Architekten Wohnbau "Die Bremer
Stadtmusikanten" Wien |
"Turn On Talk" mit
Patrick Gmür Direktor des Amtes für Städtebau, Zürich,
Bettina Götz ARTEC Architekten, Wien, Karl-Heinz Stadler Vorstand
"Neues Leben", Wien
KULTUR, BILDUNG, FREIZEIT, LANDSCHAFT etc.
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tatanka ideenvertriebsgmbh Hotel Schwarzer
Adler / Arlmont Tirol |
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Jabornegg & Pálffy Stift Altenburg
NÖ |
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Marte.Marte Architekten Landessonderschule
und Internat Mariatal Tirol |
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LAAC Architekten Gipfelplattform "Top
of Tyrol" Tirol |
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3:0 Landschaftsarchitektur Gärten
und Landschaften Burgenland / NÖ |
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Hohensinn Architektur Hotel am Domplatz
Linz |
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David Chipperfield Peek & Cloppenburg
Weltstadthaus, Kärntner Straße Wien |
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AllesWirdGut Zivilschutzzentrum Innichen
Italien |
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HoG architektur Erweiterung
Schlossmuseum Linz |
Das Publikum honorierte die Programmzusammenstellung mit einem zahlreichen
Besuch während des gesamten langen Tages, der alle früheren
Veranstaltungen übertraf.
Der Themenblock "Wohnbau" wurde heuer mit einem geförderten
Projekt eingeleitet: mit der Gartensiedlung am Pelargonienweg von Josef
Weichenberger. Die mäandrierende Form der Häuserzeilen interpretiert
eine aufgelockerte Wohnform, die zusätzlich durch die Geländemodellierung
unterstrichen wird. Ganz im Gegensatz zu diesem Beispiel stehen die Projekte
von Walter Stelzhammer. Sie stellen verdichtete, betont städtische
Wohnkonzepte dar, wobei Stelzhammer seine über viele Jahre weiter
entwickelte Idee des Atriumhauses im großen Maßstab am Orasteig
neu interpretieren konnte. ARTEC Architekten präsentierten einen
von der Fachwelt mit Spannung erwarteten Bau: den Wohnbau in der Tokiostrasse.
Dieser ist typologisch besonders klar und pointiert aufgebaut, wobei eine
große Dichte erreicht wurde und der Bau dennoch fast "filigran"
wirkt.
Zum internationalen Vergleich stellte Patrick Gmür zwei Wohnbauten
in Zürich vor, die die Themen von differenzierten Innen- sowie Außenräumen
auf ihre Art interpretieren. Der kulturelle Hintergrund der Deutschschweiz
ist bei diesen Beispielen also zu spüren. Die Appartementanlage von
Squid Architecture entstand auf Initiative eines privaten Bauherrn in
Osttirol. Gernot Hertl stellte schließlich individuelle Wohnhäuser
vor, die die Thematik Alt-Neu auf ganz unterschiedliche Weise reflektieren.
Im Rahmen von "Turn On Talk" wurde anschließend die Frage
gestellt, wie architektonische Qualität und Innovation heute möglich
ist und in Zukunft möglich sein wird.
Die Vorträge der zweiten Tageshälfte waren auch in diesem Jahr
breit gefächert. Thematische Schwerpunkte waren "Alt und Neu"
sowie "Architektur und Landschaft" bzw. "Architektur als
Landschaft". LAAC Architekten und David Chipperfield können
stellvertretend als programmatisch für die Programmgestaltung genannt
werden: Die Spanne reicht eben von jungen, vielversprechenden Büros
bis zu international arrivierten Namen, von kleinen, elaborierten Projekten
bis hin zu großen Bauten im innerstädtischen Kontext, und schließlich
von geschwungenen, topologisch konzipierten Entwürfen bis zu minimalistisch
reduzierten und strengen Konzepten.

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