Projektträger
Büro für Architektur_Theorie Organisation

Projektleitung/Bearbeiter
DI Margit Ulama

Veranstaltung
5. / 6. März 2010

Projekt-Website:
www.nextroom.at/turn-on

Kontakt
officeulama.at

Download
Abstract 2010 (41 KB, pdf)
Projektbericht 2010 (202 KB, pdf)

Berichte vergangener Festivals:
Projektbericht 2009 (246 KB, pdf)
Projektbericht 2008 (221 KB, pdf)

Projektbericht 2007 (237 KB, pdf)

Projektbericht 2006 (258 KB, pdf)

Projektbericht 2005 (259 KB, pdf)
Projektbericht 2004 (194 KB, pdf)
Projektbericht 2003 (251 KB, pdf)

 


Entwurfskonzepte und Architekturvermittlung
im Rahmen
des 8. Architekturfestivals "Turn On".
Unter besonderer Berücksichtigung des geförderten Wohnbaus. 2010


Das Konzept und die grundsätzliche Struktur der Veranstaltung blieb auch in diesem Jahr gleich, die größten Veränderungen waren zwei zusätzliche Räumlichkeiten: "Turn On Partner" fand am Freitagnachmittag heuer erstmals im neuen Kuppelsaal der TU Wien statt, das Pre-Event (Empfang) am Freitagabend erstmals im berühmten Großen Kassensaal von Otto Wagner in der ehemaligen Postsparkasse. Die Programmschiene "Turn On Partner" war auch in diesem Jahr sehr umfangreich und prominent besetzt. Der Samstag - wie gewohnt im Großen Sendesaal im ORF RadioKulturhaus - stellte wieder die Plattform für fünfzehn ArchitektInnen bzw. Architektenteams dar, um herausragende aktuelle Bauten in und aus Österreich vorzustellen.

Das Thema Wohnbau im Allgemeinen und der geförderter Wohnbau im speziellen bildete heuer einen besonderen Schwerpunkt bei den Vorträgen. Dem Themenschwerpunkt Wohnbau war außerdem wieder die Talkrunde gewidmet. Prominenter Gast aus dem Ausland war Patrick Gmür, der zwei aktuelle Wohn-bauten in Zürich präsentierte und zudem Gast bei "Turn On Talk" war; für beide Teilnahmen erntete er viel Lob beim Publikum.

Im Rahmen von "Turn On Partner" am Freitag präsentierten sich insgesamt zwölf Unternehmen, darunter zahlreiche internationale Konzerne. Die Beiträge reichten von ambitionierter privater Bauherrschaft bis zu innovativer technischer Machbarkeit und renommiertem Design. Hervorgehoben seien als österreichische Teilnehmer Walter Stelzhammer in seiner Funktion als Vorsitzender der Bundes-sektion Architekten der bAIK und Stefan Ottrubay, der Vorstandsvorsitzende der Esterházy Privatstiftungen.

Im Rahmen des Vortragsprogramms am Samstag bildete der geförderte Wohnbau in Wien einen besonderen Schwerpunkt, das heißt, es wurden vier typologisch und konzeptionell sehr unterschiedliche, aktuelle Projekte vorgestellt. Diese starke Präsenz im Programm spiegelt die dynamische Entwicklung auf dem speziellen Sektor wider. In Wien wurden in jüngster Zeit also vermehrt anspruchs-volle geförderte Wohnbauten fertig gestellt.

Insgesamt präsentierte "Turn On" - so wie bisher - die vielfältige und herausragende Architekturentwicklung in und Österreich. Die Publikumsreaktionen waren auch heuer wieder sehr positiv, was das Vortragsprogramm betrifft, sodass sich einmal mehr zeigt, dass dessen gezielte Kuratierung entscheidend ist. Das Netzwerk zwischen den unterschiedlichen Partnern im Architektur- und Bau-prozess konnte unter anderem bei dem erweiterten Empfang in den prominenten Räumlichkeiten von Wagner weiter entwickelt werden.

Das Programm am Samstag stellte sich folgendermaßen dar:

WOHNEN

Josef Weichenberger Gartensiedlung "Leben am Obsthain" Wien
lWalter Stelzhammer Wohnbau Orasteig / Wilhelm-Kaserne Wien
Patrick Gmür Wohnbau Paul-Clairmont- / Imbisbühlstrasse Zürich
Squid Architecture Appartementanlage "Sun II" Osttirol
Hertl.Architekten Stadt- und Landhäuser NÖ / OÖ
ARTEC Architekten Wohnbau "Die Bremer Stadtmusikanten" Wien

"Turn On Talk" mit
Patrick Gmür Direktor des Amtes für Städtebau, Zürich, Bettina Götz ARTEC Architekten, Wien, Karl-Heinz Stadler Vorstand "Neues Leben", Wien

KULTUR, BILDUNG, FREIZEIT, LANDSCHAFT etc.

tatanka ideenvertriebsgmbh Hotel Schwarzer Adler / Arlmont Tirol
Jabornegg & Pálffy Stift Altenburg NÖ
Marte.Marte Architekten Landessonderschule und Internat Mariatal Tirol
LAAC Architekten Gipfelplattform "Top of Tyrol" Tirol
3:0 Landschaftsarchitektur Gärten und Landschaften Burgenland / NÖ
Hohensinn Architektur Hotel am Domplatz Linz
David Chipperfield Peek & Cloppenburg Weltstadthaus, Kärntner Straße Wien
AllesWirdGut Zivilschutzzentrum Innichen Italien
HoG architektur Erweiterung Schlossmuseum Linz

Das Publikum honorierte die Programmzusammenstellung mit einem zahlreichen Besuch während des gesamten langen Tages, der alle früheren Veranstaltungen übertraf.

Der Themenblock "Wohnbau" wurde heuer mit einem geförderten Projekt eingeleitet: mit der Gartensiedlung am Pelargonienweg von Josef Weichenberger. Die mäandrierende Form der Häuserzeilen interpretiert eine aufgelockerte Wohnform, die zusätzlich durch die Geländemodellierung unterstrichen wird. Ganz im Gegensatz zu diesem Beispiel stehen die Projekte von Walter Stelzhammer. Sie stellen verdichtete, betont städtische Wohnkonzepte dar, wobei Stelzhammer seine über viele Jahre weiter entwickelte Idee des Atriumhauses im großen Maßstab am Orasteig neu interpretieren konnte. ARTEC Architekten präsentierten einen von der Fachwelt mit Spannung erwarteten Bau: den Wohnbau in der Tokiostrasse. Dieser ist typologisch besonders klar und pointiert aufgebaut, wobei eine große Dichte erreicht wurde und der Bau dennoch fast "filigran" wirkt.

Zum internationalen Vergleich stellte Patrick Gmür zwei Wohnbauten in Zürich vor, die die Themen von differenzierten Innen- sowie Außenräumen auf ihre Art interpretieren. Der kulturelle Hintergrund der Deutschschweiz ist bei diesen Beispielen also zu spüren. Die Appartementanlage von Squid Architecture entstand auf Initiative eines privaten Bauherrn in Osttirol. Gernot Hertl stellte schließlich individuelle Wohnhäuser vor, die die Thematik Alt-Neu auf ganz unterschiedliche Weise reflektieren.

Im Rahmen von "Turn On Talk" wurde anschließend die Frage gestellt, wie architektonische Qualität und Innovation heute möglich ist und in Zukunft möglich sein wird.

Die Vorträge der zweiten Tageshälfte waren auch in diesem Jahr breit gefächert. Thematische Schwerpunkte waren "Alt und Neu" sowie "Architektur und Landschaft" bzw. "Architektur als Landschaft". LAAC Architekten und David Chipperfield können stellvertretend als programmatisch für die Programmgestaltung genannt werden: Die Spanne reicht eben von jungen, vielversprechenden Büros bis zu international arrivierten Namen, von kleinen, elaborierten Projekten bis hin zu großen Bauten im innerstädtischen Kontext, und schließlich von geschwungenen, topologisch konzipierten Entwürfen bis zu minimalistisch reduzierten und strengen Konzepten.



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