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Analyse
von Bewohnerforen als innovatives Mittel in der Wohn(bau)-forschung?
In
der vorliegenden Studie werden die Strukturen und Inhalte von vier Wiener
Bewohnerforen sowohl quantitativ als auch nach qualitativen Gesichtspunkten
untersucht, um auf verschiedenen Wegen Antwort auf die Frage zu finden,
inwieweit diese spezifischen sozialen Netzwerke in der Wohn(bau)forschung
verwertet werden können.
Im speziellen soll mit der vorliegenden Analyse versucht werden, folgende
Forschungsfragen, die sich durch den explorativen Charakter der Studie
teilweise erst während des Forschungsprozess ergeben haben, beantwortet
werden:
Wer sind die Nutzerinnen
und Nutzer der Foren, an welchem Punkt ihrer Wohnbiographien stehen sie?
Welche Inhalte dominieren
die Foren und die in ihnen geführten Diskussionen und welchen Bezug
zum realen Lebensraum haben diese? Welchen "Erregungsgrad" ha-
ben bestimmte Themen und welche Rückschlüsse lassen sich dadurch
auf den Alltag in den Siedlungen ziehen?
Welche Aussagen lassen
sich über Wohnzufriedenheit der Bewohner und deren Identifikation
mit dem Wohnort/der Anlage/dem Gebäudekomplex/dem weiteren
Wohnumfeld aus der Analyse der Foren treffen? Welche Rolle spielt diese
"virtuelle Gemeinschaft" in diesem Kontext?
Inwiefern können
die Ergebnisse aus der Analyse solcher Foren, dieser ganz spezifischen
Form des Sich-Mitteilens und Sich-Ausdrückens, in die Wohnforschung
eingebracht werden? Lassen sich zwischen den Zeilen der Postings Informationen
über Wahrnehmung und Einstellung zu Alltag, Wohnen und Leben in den
Sied-
lungen herauslesen, die man mit anderen, klassischen, Forschungszugängen
(Fragebogen, Interviews etc.) eher nicht entdecken würde?
Die vorliegende Studie kann all diese Fragen nicht in vollem Umfang beantworten
- dies würde einen erheblich höheren Zeit- und Kostenaufwand
bedeuten. Aber durch die ergebnisoffene und explorative Vorgehensweise
liefert sie dennoch eine Vielzahl an interessanten Einblicken in diesen
bislang noch weitgehend unberücksichtigten und wenig analysierten
Datenschatz.

© wiener wohnbau forschung

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