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Im Bereiche vom Gebäudeausweis gibt es weltweit eine Fülle von Methoden zur Beurteilung von Gebäudequalitäten. Naturgemäß sind dabei die Schwerpunktsetzungen der Anwendung derartiger Indikatoren-Ensembles entweder technikorientiert oder wirtschaftsorientiert. Darüber hinaus ermöglichen derartige Gebäudeausweise auch Beurteilungsschematen von Nachhaltigkeitseigenschaften im Bereich ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit, wenngleich die Anschauungen darüber, welche Indikatoren welcher Nachhaltigkeitssäule entsprechen, durchaus noch in Diskussion sind. Insbesondere die Bestrebungen im Rahmen der europäischen Normung (CEN TC 350) geben mittlerweile einen Rahmen vor, wie zukünftig derartige Gebäudeausweise aufgebaut sein sollten. Österreich ist hier in der glücklichen Lage - anders als unsere deutschsprachigen Nachbarn - auf eine mehr als 10 Jahre lange Tradition im Bereich dieser Entwicklungen aufweisen zu können. So kann auf eine Entwicklung von TQ-Gebäudeausweis über den IBO-Pass, den IBO-Ökopass und den Mischek-Pass bis zur jüngsten Stufe der Entwicklungen - den TQB-Schema - aufgebaut werden. Nachdem die MA 39 - wie bereits oben erwähnt - die Stadt Wien aktiv vertreten möchte, ist es aus ihrer Sicht wichtig, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt der Entwicklungen im Rahmen der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen grundsätzliche Richtungsentscheidungen zu hinterfragen. In diesem Zusammenhang hat die MA 39 ein Indikatorenschema entwickelt, welches je 10 Indikatoren im Bereich der 6 wesentlichen Anforderungen an Bauwerke (Standsicherheit - Brandschutz - Gesundheit, Umwelt und Hygiene - Nutzungssicherheit - Schallschutz - Energieeinsparung und Wärmeschutz), im Bereich der 3 Nachhaltigkeitsbereiche (Ökologie, Ökonomie und Soziales) und als Besonderheit als Schnittstelle das Thema Baukultur mit ebenfalls 10 Indikatoren enthält. Dies ergibt in Summe 100 Indikatoren, die jeweils mit maximal 10 Punkten bewertet werden können und somit gleichfalls - wie so viele andere Bewertungssysteme - 1000 Punkte als Maximalpunkteanzahl erwerbbar macht. Die gegenständliche Studie möge einer Entwicklung in diesem Bereich dienen, wobei selbstverständlich größter Respekt den bisherigen Indikatoren und Kategorien von TQB entgegen gebracht wird. Möge die Diskussion beginnen! Abschließend sei festgehalten, dass aus Sicht der MA 39 kein Problem darin besteht, in einem Staat wie Österreich bei Neueinführung ganzheitlicher Gebäudebeurteilungen mehrere Systeme parallel nebeneinander zu besitzen. Allein die Tatsache, dass in grenznahen Gebieten oder im Rahmen internationaler Konzerne wohl durchaus auch üblicherweise andere nicht-österreichische Bewertungssysteme herangezogen werden, weist schon darauf hin, dass Derartiges nicht auszuschließen ist. Jedenfalls sollte aber die Entwicklung bis zu einer gesetzlich verbindlichen Anwendung soweit gedient sein, dass nur das beste System bzw. das Beste aus allen Systemen weitergeführt wird. © wiener wohnbau forschung |
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